Oktober 2015 – England

Es ist Oktober 2015 – der erste größere Schlag ist geplant!
Nico, Daniel, Hannah und ich wollen nach England!
Ester Landfall soll in Harwich sein, dann soll es den Kanal weiter hoch nach Ipswitch gehen. Im Kanal soll es eine Hippie Commune geben, die wir besuchen wollen.

Wir legen in Ooltgensplaat (Niederlande) ab und bleiben noch eine Nacht lang (vor den Hafen Ooltgensplaat) vor Anker, bevor wir am nächsten Morgen aufbrechen.
Es ist soweit: Der Anker wird gelichtet, wir fahren los. Als erstes müssen wir die Schleuse zu Hollandesch Diep passieren. Dann geht es weiter Richtung Stellendam, wo wir Diesel Bunkern und die Schleuse in die Nordsee nehmen. Das Wetter meint es gut mit uns, es ist sonnig nur der Wind zum Segeln fehlt. Da wir keinen Wind haben, fahren wir unter Motor. Daniel und Hannah polieren noch die Scheiben vom Hardtop, Nico Steuert und ich als Skipper achte natürlich darauf, dass alle ihren Tätigkeiten nachgehen 🙂

Teils unter Segel und Motor fahren wir ca. 30 sm Richtung Westen. Zwischen einem Verkehrstrennungsgebiet und enorm große Windparks, liegen einige Frachtschiffe auf Rede. Wie kleine Städte sind diese in der Nacht beleuchtet. Sehr beeindruckend!

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Es ist bereits dunkel geworden und wir kreuzen das Verkehrstrennungsgebiet und fahren Kurs 300° direkt Richtung Harwich. Die Nachtwache hat begonnen. Nico und Hannah, Daniel und ich wechseln uns nun alle vier Stunden zur Wache ab.

Der Wind hat auf gute 20 kn aufgesprießt und kommt von Süd-Ost. Wir fahren noch unter voller Besegelung, nur die Genua ist im Reff. Im Laufe der Nacht nimmt Wind und Welle zu. Wir bergen das Großsegel, gehen mit der Genua noch weiter ins Reff und bergen etwas später den Besan.
Die Kreuzsee bringt die Wonderwall enorm ins Rollen – an Schlaf ist nicht zu denken. Zudem sind Daniel und Hannah von der Seekrankheit angeschlagen.
Ihr erster größerer Schlag auf einem Segelboot und das noch auf der ruppigen Nordsee.
Auch mir ist leicht flau im Magen, nur Nico geht es ausgezeichnet. Der steht mit guter Laune noch morgens am Steuern und hört Musik. Als die Sonne aufgeht sehen wir bereits Land, dass Ziel ist nicht mehr weit.
Nur die Kreuzsee und auch Regen machen die letzen Seemeilen zur Geduldsprobe.
Endlich in Harwich angekommen, legen wir kurz an einer Hafen- Mole an um Lebensmittel zu bunkern. Wir drehen ein kleine Runden durch die Stadt und machen uns weiter auf den Weg in den Hafen gegenüber.

Vor der Hafeneinfahrt melden wir uns über Funk beim Hafenmeister an und fragen nach einem Platz für eine Nacht. Ein sehr netter Mensch weist uns an die Schleuse zum Hafen zu passieren, es ist Ebbe. Der Wasserspiegel im Hafen ist gerade höher (ein komischer Anblick) und alle Boot (im Hafen) liegen einige Meter weiter oben als wir in der Schleuse.

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Wir sind nach gut 36 Stunden angekommen, machen die Leinen fest und gehen was Trinken!

Harwich ein etwas trister Hafen bieten eine kleinen Werft, ein Restaurant und ein Bootsausrüster. Der Hafenmeister ist typisch englisch nett und gibt uns auch alle Informationen für den nächsten Tag.

Am nächsten Tag, wieder Ausgeschlafen und fit geht es den Arm hoch Richtung Ipswitch zur Hippie Commune. Bei der Commune angekommen machen wir uns an eine Boje fest. Hier liegen zwar viele Boote aber es ist tote Hose, nichts los hier! Ein Landfall ist auch nicht möglich, da wir das Dingi zwar aufpumpen können aber ohne Außenborder, der mir leider in Ooltgensplaat gestohlen wurde nicht an Land kommen. Rudern wäre zu gefährlich da doch eine starke Strömung im Kanal herrscht und uns wahrscheinlich die Kräfte in Stich lassen würden.

Nur die Sonne kommt wieder zum vorschneien und hebt die Stimmung. Wir machen es uns es gemütlich, hören Musik, Kochen, haben gute Laune und gehen wieder früh ins Bett, da wir am nächsten Tag wieder zurück in die Niederlande wollen.

Früh aufgestanden geht es zurück. Alle wieder in bester Laune geht es wieder auf die Nordsee.

Der Wind weht mit bis zu 28 kn und bringt uns gut voran. Die achterlichen Wellen mit bis zu drei Meter Höhe bringen die Wonderwall stark ins Rollen.
Im gleichen Wach- Rhythmus (wie bei der Herfahrt) Segeln wird den Tag und Nacht durch. Als am Morgen der Wind dreht und wir ihn nun genau „auf die Schnauze“ bekommen entschließe ich mich den Rest unter Motor zu fahren. Etwa fünf Meilen vor der Roompot-Schleuse beginnt der Motor zu stocken. Genau in der Wasserstraße mit Untiefen rundum und im Legerwall lassen mein Puls doch etwas ansteigen. Wir entschließen uns bis zur Einfahrt der Schleuse unter Segle zu fahren um den Motor zu schonen. Der Motor macht fast keine Leistung mehr und klingt echt „fies“, er stottert enorm. Ich hoffe noch das kein größerer Schaden vorliegt und entscheide mich Dirk (ein Segelfreund) per Facebook anzuschreiben. Er hat sich gleich anboten uns von Roompot nach Zierikzee abzuschleppen.
Wir machten uns von der Schleuse auf nach Roompot- Hafen, der etwa zwei Seemeilen entfernt liegt. Diese fahren wir unter Segel. Die Einfahrt nach Roompoot- Hafen schaften wir noch unter Motor.

Sechs Stunden und einige Drinks später kam Dirk.

VIELEN VIELEN LIEBEN DANK DIRK !!
hier geht es zum Blog von Dirk https://morianblog.wordpress.com

Er nahm uns an die Leine und Schleppte uns nach Zierikzee.
Im Päckchen legten wir an und beendeten damit unser Reise nach England und zurück!

Hier noch einige Bilder der Reise ….

 

 

 

 

2 Kommentare

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  1. Kotzübel war mich 🙂 Nee Spaß, war ne super Überfahrt, aber ich hätte sicher nicht gedacht dass das so heftig werden würde… Du untertreibst ja schon fast, wenn ich mich zurück erinnere dann waren da HAUSHOHE Wellen 😉 Mit den nächsten Fahrten wachsen dann hoffentlich auch bei mit die Seemannsbeine

    Immer fleißig was schreiben…mein letzter Blogeintrag ist fast 6 Monate alt 😀

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